Impfmarathon

Unseren Impfpass müssen wir zum Glück nicht suchen. Auch die Standard-Impfungen haben wir dank unserer vielen Reisen schon intus. Aber Afrika ist ein großer Kontinent, in dem die medizinische Versorgung in vielen Länder als nicht ausreichend gilt. Wir gehen auf Nummer sicher und starten früh einen regelrechten Impfmarathon.

Tropenkrankheiten

Mal wieder eine lange Excel-Liste: Nachdem wir die Impf-Empfehlungen für alle unsere Reiseländer vom reisemedizinischen Infoservice  studiert haben, liest sich unsere Aufzählung wie ein Katalog der Tropenkrankheiten. Unsere Gesundheit ist uns wichtig, aber sind wirklich Vorsorgemaßnahmen gegen so viele Krankheiten notwendig? In der reisemedizinischen Sprechstunde am Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunolgie und Hygiene der Uni Köln bekommen wir eine ausführliche und sehr fundierte Beratung. Bald steht unser Entschluss fest: auf dieser Reise wollen wir umfangreicher vorbeugen, denn wir werden voraussichtlich viel im Freien sein und die Versorgung unterwegs ist nicht gut.

Und gleich geht`s los mit den ersten Pieksern. Der Schutz vor Typhus und Hepatitis muss aufgefrischt werden. Wir entscheiden uns außerdem für eine Vakzination gegen Tollwut und Meningokokken Enzephalitis. Eine Gelbfieber-Immunisierung ist in vielen Länder Ostafrikas sowieso Vorschrift.

Von der Krankenkasse erfahren wir, dass wir zu den „durchseuchten Jahrgängen“ gezählt werden. Klingt wenig schmeichelhaft, hat aber letztendlich den Vorteil, dass wir keine weiteren Schutzmaßnahmen gegen Masern, Mumps und Co ergreifen müssen.

Malaria

Ein weiteres großes Kapitel ist das Thema „Malaria-Prophylaxe“. Bei unseren Asien-Reisen haben wir häufig auf die Einnahme von Präparaten verzichtet. Konsequenter Mückenschutz und ein Standby-Medikament hat in der Vergangenheit völlig ausgereicht.  Haben wir das Thema bisher zu lax betrachtet? Malaria ist schließlich weltweit eine der verbreitetsten Infektionskrankheiten und kann ohne medizinische Behandlung tödlich verlaufen. Insbesondere das tropische Afrika gilt als klassische Hochrisikogebiet für Malaria. Häufig kommt dort außerdem die gefährliche Malaria tropica vor. 

Ein Blick in die einschlägigen Reiseforen bringt uns nicht weiter. Dort tummelt sich ein bunter Querschnitt durch die Traveler-Szene und die Ansichten spiegeln die komplette Bandbreite von „Prophylaxe macht dich  kranker als Malaria“ über „Ich beuge mit pflanzlichen/homöopathischen Mitteln vor“ bis hin zu „Malaria ist ein Killer: Fever in the morning – death in the evening!“ wider. 

Wir erarbeiten uns das Thema sachlich: zunächst erstellen wir eine Karte mit den geplanten groben Reisedaten. Diese analysieren wir mit Hilfe der Ärzten im Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunolgie und Hygiene und kommen zu dem Schluss, dass eine aktive Einnahme von Malaria-Prophylaxe über eine Zeitraum von ca. 6 Monaten angeraten ist. Das halten wir gesundheitlich für vertretbar, auch wenn die Kosten dafür sehr hoch sein werden. Für alle Fälle haben wir eine Notfall-Medikament dabei. Und der generelle Schutz gegen Mückenstiche ist sowieso wegen anderer Infektionen, wie z.B. Dengue Fieber, ein Muss.

 

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